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Unter einem soziotechnischen System versteht man eine organisierte Menge von Menschen und Technologien, welche in einer bestimmten Weise strukturiert sind, um ein spezifisches Ergebnis zu produzieren.

Ursprung

Der Begriff "soziotechnisches System" geht auf Forschungen durch das Londoner Tavistock-Institut (unter anderem im britischen Kohlebergbau) in 1950er Jahren (Trist & Bamforth, 1951). Als dieses Begriffs werden Frederick Edmund Emery und Eric Trist genannt. Eine aus ihren Forschungen abgeleitete Erkenntnis lautet: "Im Allgemeinen muss das Management begreifen, dass der Erfolg des Unternehmens davon wie es als soziotechnisches System funktioniert "– nicht einfach als ein technisches System mit ersetzbaren Individuen, die werden und sich anpassen (Emery, Thorsrud & Trist 1964).

Grundbestandteile eines soziotechnischen Systems

Ein soziotechnisches System besteht also aus zwei Komponenten (Subsystemen):

  • Technische Teilkomponente (z.B. Maschinen entlang einer
  • Soziale Teilkomponente (z.B. Mitarbeiter, welche die technische Teilkomponente bedienen und nutzen)

Die Teilsysteme sind voneinander nicht trennbar sondern es bestehen verschieden ausgeformte

Beide Subsysteme profitieren aus der im soziotechnischen System dadurch, dass menschliche Kommunikation und Mensch-Maschine-Interaktionen wechselseitig aufeinander verweisen und sich

  • In der sozialen Teilkomponente wird die das und die zur Selbstbeschreibung verbessert.
  • Durch die zum sozialen System wird der Fortbestand und die Weiterentwicklung der technischen Teilkomponente gesichert.

Systemtheoretische Betrachtungen

Das hier zu Grunde liegende sozialer Systeme an Luhmanns systemtheoretischen Ansatz an. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Beschreibung sozialer Systeme als autopoietische und damit operational geschlossene Einheiten.

Die Verwendung des Begriffs durch Ropohl ("In einem soziotechnischen System bilden ein technisches Sachsystem und ein soziales System eine Einheit"; seit den 70er Jahren) folgt dieser durch Luhmann Sichtweise in deutlich pointierter Absicht nicht und sich daher einer wichtigen Unterscheidung zwischen Technik und sozialen Strukturen: soziale Systeme sind kontingent und daher nicht wie technische Systeme von steuerbar.

Aktionen soziotechnischer Systeme sind, aufgrund der Mitwirkung von sozialen Komponenten, nicht deterministisch.

Literatur

  • Herrmann, Thomas, Hoffmann, Marcel, Kunau, Gabriele & Loser, Kai-Uwe (2004): A Modeling Method for the Development of Groupware Applications as Socio-Technical Systems. Behaviour & Information Technology. March-April 2004, 23 (2), pp. 119-135. Download
  • Ropohl, Allgemeine Technologie. Carl Hanser Verlag, Wien 1999 ISBN 3-446-19606-4
  • Sydow, (1985): Der soziotechnische Ansatz der Arbeits- und Organisationsgestaltung. Frankfurt: Campus.
  • Trist, Eric & Bamforth, Ken (1951): Some social and psychological consequences of the long wall method of coal getting. Human Relations, 4, pp. 3-38.

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